Der Gebiet und seine Infrastruktur
Die Bauarbeiten.

Der Bau des „Fort de PEPINSTER“ (offizieller Name des Forts) begann im Mai 1935. Auf dem TANCREMONT-Schieferkamm auf 302m über dem Meeresspiegel schreiten die Arbeiten stetig voran. Die Einweihung erfolgte am 8. August 1937. Die künftige Artilleriefestung wird Teil des vom III. Armeekorps kommandierten Regiment der Festungen von LÜTTICH (R.F.L.).

Das Militärgebiet.

Das Gelände umfasst eine Gesamtfläche von 45 ha. Die Fläche der Festung, die aus einem zentralen Massiv mit Geschützstellungen besteht, beträgt 3,3 ha. Das Massiv ist von einem 1,2 ha großen Graben umgeben und zusätzlich von vier flankierenden Verteidigungsposten geschützt.
In 1940 beliefen sich die Baukosten auf 80 Millionen belgische Franken (umgerechnet 2,16 Milliarden Euro).

Heute ist das Gelände immer noch ein militärische Sperrgebiet, das vom Verteidigungministerium verwaltet wird, und der Zugang ist außerhalb der geplanten Öffnungszeiten verboten. Drohnenüberflüge sind streng verboten!!! 

Die unterirdischen Strukturen.

Der Gefechtsstand, die verschiedenen autonomen Gefechtsstände, der Technikkomplex, die Wohn- und Wohnbereiche sowie die beiden Lüftungsschächte sind durch ein 2500 m langes Stollensystem mit 1441 Stufen und einer Tiefe von 20 bis 27 m miteinander verbunden,
Die Belüftung wird durch zwei Belüftungskanäle (P- oder O-Kamine) mit einem Volumenstrom von 32000 m³/h gewährleistet. Der Komplex benötigt 900 Lichtpunkte. 

Die Bewaffnung.

- 2 Geschütztürme mit je 2 x 75-mm-FRC-Geschützen
- 3 x Festungsmörser STOCKES-BRANDT 81 mm
- 4 x FRC 47-mm-Kanonen (‘4,7’)
- 26 x 8-15 Maschinengewehre (Mi), Kal 7,65
- 7 x FN-Maschinengewehre (MG), Kal 7,65
- 8 x Flugabwehr-Maschinengewehre (MiCA)
- Individuelle Bewaffnung: Mauser FN 1889/16 Gewehre, GP35 Pistolen,Leuchtpistolen,... 

Die Kampfstellungen

- Der Eingangskomplex (BI),
- Zwei 75-mm-Geschütztürme (BII und BIV), geschützt durch zwei gepanzerte MG-Glocken,
- Ein Block mit drei gepanzerten MG-Glocken (BIII)
- Ein Mörserblock (BM)
- Bewaffnete Gewölbe („Coffres“ – CI, CII/CIII und CIV), die auf den Graben zielen können
- Außerhalb des Massivs: Block P (Kriegszugang) und Block O (ohne Zugang), verteidigt durch eine MG-Stellung, haben jeweils einen Lüftungsschacht, der für einen konstanten Überdruck im gesamten Komplex sorgt.
- Zwei Panzerkasematten („VESDRE“ und „MONT“) am Rand der Festung, beide mit einer „4.7“ und einem MG bewaffnet.
- Sechzehn Beobachtungsposten („PO“ – „Postes d'Observation“) verteilen sich über das Einsatzgebiet der Festung. 

Kaserne, Lazarett und Technikräume.

Die Systeme des Forts wurden von vier CARELS-Generatoren mit je 130 PS angetrieben und von sieben 2 Km Heizöltanks versorgt. Der Funkraum war mit einem ERM-SBR Sender/Empfänger und RADIOBEL ausgestattet.
Die Wohnbereiche bestanden aus Truppenräumen, einer Küche, Duschen und einer Waschküche. Eine Krankenstation, ein Behandlungsraum und eine Apotheke wurden ebenfalls bereitgestellt.
Lebensmittelvorräte konnten gelagert werden, um den Bedarf von 600 Männern für einen Monat zu decken. 

Die Garnison.

Die Belegschaft des Forts im Mai 1940 bestand aus:
- 14 Offiziere, darunter ein Chirurg, zwei Ärzte und ein Kaplan,
- 56 Unteroffiziere
- 412 Brigadiere und Kanonieren
- 27 Verstärkungen vom 3. Pionierbataillon (3 Unteroffiziere, 24 Soldaten),
• 11 Funker, darunter ein Unteroffizier,
• 8 Sanitäter
• Nach LÜTTICH abkommandiert (MH, Staff-RFL): 1 Offizier, 4 Unteroffizieren, 65 Soldaten.

Heilige Barbara (Schutzpatronin der Artilleristen.

Am 8. August 1937 wurde gleichzeitig mit der Einweihung der Festung auch eine Statue der Heiligen Barbara feierlich geweiht. Die Statue wurde der Garnison von Veteranen des Ersten Weltkriegs aus PEPINSTER und THEUX gespendet.
Die Statue stand ursprünglich in Friedenszeiten am Eingang der Truppen, wurde aber von den 'Veteranen' an ihren heutigen Standort am Rande der N666 verlegt, um das Abhalten von Zeremonien zu erleichtern.

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